Das System als „Verschwörung“

Wer oder was ist der Hauptfeind der patriotischen Bewegung? Wen gilt es politisch zu entmachten, um die eigenen Vorstellungen umsetzen zu können? Und wie sollte man am besten dabei vorgehen? Die Wahl der adäquaten Strategie zum Erreichen der politischen Ziele setzt eine korrekte Lagenanalyse voraus. Deshalb ist es von Bedeutung, sich sowohl mit den konkreten Akteuren als auch den strukturellen Wirkmechanismen des politischen Systems in der Bundesrepublik und im ganzen westlichen Kulturraum auseinanderzusetzen. Eine genaue Betrachtung der Umstände wird dabei das Ergebnis zutage fördern, dass es nicht die Ideologie des Liberalismus ist, die erst den Entwicklungen eine Richtung entgegen den Interessen nationaler Politik gegeben hat, sondern das zielstrebige Handeln der Machteliten im liberal-kapitalistischen System.

Hauptfeind Liberalismus?

Aus konservativer Warte wird häufig die herrschende Ideologie des Liberalismus für die gegenwärtigen Missstände verantwortlich gemacht. Oder es wird gleich in die Vollen gegangen und der gesamten politischen und kulturellen Epoche der Moderne der Kampf angesagt. Auch bei dem gerne auf linke Denker zurückgreifenden Teil der Rechten wird die konservative Liberalismuskritik oft mit einer Kritik an „dem Kapitalismus“ oder marktwirtschaftlichen Prinzipien kombiniert.

Sowohl die konservative Liberalismus- und Modernitätskritik, als auch die nationalrevolutionäre Kapitalismuskritik, reichen beide weit zurück und haben eine lange Traditionslinie von verschiedenen Theoretikern und Intellektuellen. Jedoch ist beiden Sichtweisen gemein, dass sie die Rolle von zielgerichtetem Handeln konkreter historischer und politischer Akteure unterschätzen, das sich nicht in das Schema einer politischen Ideologie zwängen lässt. Bei der Kritik am Liberalismus und Kapitalismus wird gewissermaßen die abstrakt-logische und notwendige Entfaltung eines inhärenten Prinzips behauptet, das sich bereits in den Ursprüngen dieser Ideologie latent befunden habe, also in der Aufklärung, dem Rationalismus und dem Gedankengut der politischen Umwälzungen zu Beginn der Moderne. Aber die Verantwortlichen für den Niedergang der europäischen Völker sind konkret identifizierbar und haben sozusagen „Namen und Adressen“. Hierbei offenbart sich auch der Unterschied zwischen dem weltanschaulichen Erklärungsmuster mittels konkreter, historischer Phänomene, wie dem Handeln einzelner Persönlichkeiten, oder eines abstrakten Prozess, wie dem Wirken einer Ideologie.

Zielgerichtetes Handeln statt unpersönlichem Prozess

Die Lage in Deutschland und im Westen ist das Resultat der Handlungen konkreter Akteure mit einer zielgerichteter Agenda. Und um die Umsetzung dieser Agenda zu Erreichen, nutzen diese Akteure eine durchaus pragmatische Ideologieanwendung, die auch vor inhaltlichen Widersprüchen nicht zurückschreckt. Der Einfluss von Großbanken, vermögenden Investoren und allgemein der „Finanzelite“ im Westen und vor allem der vereinigten Staaten reicht dabei bereits Jahrzehnte zurück und erstreckt sich mittlerweile auch auf den Bereich der Kultur und Meinungsbildung, durch die Einflussnahme auf Filmproduktionen, Buchveröffentlichungen, die Musikindustrie oder auch das Zeitungs- und Medienwesen. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges wirkt dieser Einfluss auch nach Deutschland und Westeuropa, und mit dem Ende des kalten Kriegs auch in den Osten hinein.

Den Schwabs, Gates, Soros und Larry Finks dieser Welt steht dabei nicht nur ein immenses Vermögen zur Verfügung, sondern auch eine Unzahl an Stiftungen, Think Tanks und NGOs, wie das WEF, die Atlantikbrücke oder das council on foreign relations, die bestens vernetzt weit in die wichtigsten Kreise aus Politik, Medien und den Personen des öffentlichen Lebens hineinreichen und so den Kurs der politischen Entscheidungen genauso wie die öffentliche Meinung maßgeblich bestimmen können.

Westliche Finanzelite

Die „Machtübernahme“ dieser Finanzeliten erfolgte im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zuerst in den vereinigten Staaten, und dann subsequent in den übrigen europäischen Nationen. Seit dieser Zeit wurden Schritt für Schritt politische Inhalte propagiert, juristische Initiativen vorangebracht und Verschiedene Bewegungen unterstützt, die der Zielsetzung nach einer globalisierten Welt unter der Ägide des „Welthegemons“ der USA dienen sollten. In dieser globalen „one world“ sollen organische Bindungen an das Volk, die Familie und „natürliche“ Gemeinschafts- und Hierarchiestrukturen zuerst ideologisch und dann faktisch zersetzt werden, um über eine leicht manipulierbare und kontrollierbare Gesellschaft von Einzelmenschen zu herrschen. Diese Entwicklung geht hin bis zu der dystopischen Zukunft eines komplettüberwachten Obrigkeitsstaates, wie von Klaus Schwab in seinem „Great reset“ geschildert. So ein Verhalten ist aus der Perspektive eben jener Eliten machtpolitisch auch durchaus rational, da politisch formierte Völker und Nationen sich gegen diese Fremdherrschaft wohl zur Wehr setzten würden.

Das ganze 19. Jahhundert bis hin zu etwa den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts hindurch waren die weißen Völker stark, selbstbewusst und im Fortbestand ihrer Identität höchstens durch gegenseitige Konflikte gefährdet. Erst durch die Einflussnahme eben jener Finanzeliten nahm der gesellschaftliche Verfall die pathologischen Formen an, derer man in der Gegenwart Zeuge werden kann.

Keine „woke“ Ideologie im klassischen Liberalismus

Dagegen war die Ideologie des „klassischen“ Liberalismus aus dem 19. Jhdt nicht in dieser Form inhärent destruktiv. Die vielfältigen und komplexen historischen Entwicklungen der europäischen Kultur- und Politikgeschichte zeigen auf, dass die Epoche der Moderne und die Ideologie des Liberalismus durchaus mit nationalen oder traditionalen politischen Ambitionen kompatibel war, und dass ihre gegenwärtige Entwicklung historisch kontingent war, also nicht notwendig. Die Erklärung des westlichen Verfalls mit der Voranschreitenden Entfaltung des liberalen oder kapitalistischen Prinzips ist eine nachträgliche Interpretation entgegen der tatsächlichen Ansichten der liberalen Denker und Politiker vergangener Tage, die ihre Ideologie durchaus auch mit nationalen, patriotischen und sogar teils offen rassistischen Inhalten vereinbaren konnten.

Aber seit dem 20. Jahrhundert haben sich die ursprünglichen liberalen Gesellschaften, auch durch die Einflussnahme eben jener Finanzeliten, in einer Art und Weise verändert, dass diese heute gewissermaßen nur noch pro forma als liberal bezeichnet werden können, und in denen die liberalen Wirkmechanismen nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen funktionieren können. Die Möglichkeiten zur Massenbeeinflussung über kontrollierte Medien oder die Einflussname auf politische Akteure durch Wahlkampffinanzierung führen das ursprüngliche liberale Prinzip von governement by discussion und repräsentativer Demokratie ad absurdum. Und die massive Kapitalakkumulation bei einigen wenigen Superreichen und Großkonzernen ist kaum mehr als marktwirtschaftlich frei anzusprechen.

Liberalismus als Fassade

Dennoch wurden und werden die Schlagwörter des Liberalismus von Freiheit und Gleichheit, Wohlstand und Frieden, weiterhin sinnentstellt in propagandistischer Absicht genutzt, um gänzlich andere Ziele zu verfolgen. Genau dazu riet auch schon der linke Politaktivist Saul Alinsky in seinen „Rules for radicals“ linksrevolutionären Bewegungen, so dass diese nicht die Symbole des Kommunismus verwenden sollten, da diese reflexartig Abneigung hervorrufenden würden, sondern sich den Begriffen und Symbolen der klassischen Politiktradition Amerikas zu bedienen, um ihre Ziele zu erreichen.

Aber die Verwendung der klassischen Schlagwörter der liberalen Ideologie bedeutet nicht, dass die so erzeugten Missstände in dieser Form auch durch den Liberalismus zu Stande kamen. Die ursprüngliche, liberale Idee des Egalitarismus als Rechtsgleichheit hat wenig mit dem Ableugnen biologischer Realitäten in Bezug auf Geschlechter, Völker oder das individuell ererbte Vermögen zu tun. Dies ist auch daran erkennbar, das die aufgeklärten Philosophen oder beispielsweise die amerikanischen Gründervätern nach heutigen Maßstäben offen rassistisch waren. Erst die dezidiert illiberalen und marxistischen Ideologien von Feminismus, kritischer Rasentheorie und Behaviorismus ist es zu verdanken, dass heute politisch korrekt nicht mehr von wesentlichen Unterschieden zwischen den Menschen gesprochen werden kann. Und diese Ideologien konnten erst durch gezielte Förderung und Propagierung seit der Mitte des 20. Jhdts. ihr zerstörerisches Potential entfalten.

Kapitalismus und Individualismus

Auch die marktwirtschaftliche Freiheit des Liberalismus hat zwar den enormen Wohlstand der letzten Jahrhunderte ermöglicht, muss aber nicht notwendig in offenen Grenzen, dem Massenimport billiger Arbeitskräfte aus dem Ausland und dem outsourcing von Produktionsstätten in Billliglohnländern münden. Freie Marktwirtschaft und Handel sind durchaus auch mit einem nationalen Protektionismus und sozialer Politik kompatibel. Im Gegenteil, die von den europäischen Machteliten betriebene Überfremdungspolitik ist in wirtschaftlicher Hinsicht ein riesiges Fiasko, da die Einwanderung von geringqualifizierten Niedriglöhnern in Wirtschaftssektoren mit hohem Automatisierungspotential oder direkt in die Sozialsysteme nur die steuerliche Belastung erhöht und den Standort Deutschland noch unattraktiver Macht.

Es ist ebenfalls abwegig, das Konzept der individuellen Freiheit und Entfaltung, die der europäischen Kultur seit dem Altertum innewohnt und wohl anthropologische begründet liegt, etwa mit den Auswüchsen der Transideologie in Verbindung zu bringen, die dann als höchste Steigerung des freien Entfaltungspotentials des abstrakten Individuums betrachtete wird, mithin quasi das „Endziel“ der aufgeklärten Philosophie des selbstherrlichen, ungebundenen Subjekts. Die betroffenen Personen sind nämlich schlichtweg psychisch krank. Die allermeisten Menschen werden bei einer freien, persönlichen Entfaltung naturgemäß eine „Normalität“ annehmen, ohne gesellschaftlich abträgliche Auswüchse. Sexuelle Perversionen in einem solchen Ausmaße wie die der Gegenwart können nur durch die massenhafte Propagierung einer Ideologie entstehen, und nicht als Entwicklungsstufe eines philosophischen oder gesellschaftlichen Fehlgriffs vor einigen Jahrhunderten.

Liberalismus dennoch kein zukunftsfähiges System

Dennoch ist die liberale, parlamentarische Demokratie ein mangelhaftes politisches System. Man kann plausibel argumentieren, dass die ideologische und strukturelle Ausrichtung des Liberalismus diesen besonders anfällig für die Einflussnahme durch die Finanzeliten gemacht hat. Der Liberalismus ist als politische Denktradition auch ein eher „westliches“, also vor allem amerikanisches, englisches und französisches Phänomen, dass in Deutschland kaum verwurzelt ist. Auch die parlamentarische Nachwuchsgewinnung und das Prinzip einer „Diskursethik“ produzieren politisch und menschlich bestenfalls Mittelmaß.

Letztlich ist es allerdings nur eine Frage des Willens und der politischen Machtverhältnisse, ob die Politik im Sinne des nationalen Gemeinwohls oder einiger weniger Superreichen gemacht wird. Die politische Ausrichtung in einem zukünftigen, patriotischen und nationalen Deutschland sollte nicht nur die Beeinflussung durch Stiftungen, NGOs, etc. unterbinden, sondern auch über ein mehr an Basisdemokratie und weniger Repräsentation durch Parlamentarier zu den eigentlichen Wurzeln der deutschen, nationalen Demokratietradition zurückkehren, die durchaus auch nicht „liberal“ im angelsächsischen Sinne sind, ohne in historisch überholte Formen zurückzufallen.

Wille und Pragmatismus

In einem solchen Rahmen ist auch ein wirtschaftlicher Pragmatismus zweckmäßig, und nicht anwendungsfernes Theoretisieren und Denken in ideologischen Schablonen. Die Wirtschaft sollte dem Gemeinwohl eines politisch organisierten Volkes dienen und ob dies mit einem mehr oder weniger an staatlichen Eingriffen zu bewerkstelligen ist, lässt sich nicht am Reißbrett entwerfen, sondern muss sich aus der vorgefundenen Lage ergeben.

In der jetzigen Situation ist deshalb der parteipolitisch Weg die wirkungsvollste Strategie, um an die Schalthebel der Macht zu gelangen und die politische Wende in Deutschland herbeizuführen.