Volksaufstand gegen den Kommunismus

Heute vor 71 Jahren, am 17. Juni 1953, fand der Volks- und Arbeiteraufstand in der DDR statt. Die Wut der Protestler richtete sich gegen die sozialistische Unterdrückung und die kommunistische Fremdherrschaft durch Sowjetrussland. Im ganzen Staatsgebiet der DDR fanden Streiks und Massendemonstrationen mit hunderttausenden von Teilnehmern statt. Durch den Einsatz sowjetischer Militäreinheiten wurden die Proteste blutig niedergeschlagen, insgesamt gab es mehr als 50 Opfer unter den Protestierenden und ebenso einige Tote bei den Sicherheitsbehörden, möglicherweise auch erheblich mehr. Dem Volksaufstand in der DDR wird zwar auch mit offiziellen Veranstaltungen in der Bundesrepublik gedacht, jedoch kann das Gedenken eines Systems, in dem die SED-Rechtsnachfolge-Partei in den Parlamenten sitzt, nicht überzeugend wirken.

Schon in den Tagen vor den eigentlichen Ereignissen kam es an einigen Orten zu vereinzelten Protesten und Unmutsbekundungen, auch gab es Übergriffe auf Parteifunktionäre. Am 17. Juni selbst, einem Mittwoch, eskalierte die Lage aber vollends, als sich die Arbeiter und große Teile der übrigen Bevölkerung in allen größeren Städten auf der Straße formierten und lange Protestzüge bildeten. Neben den Streiks und Demonstrationen wurden auch Gefängnisse gestürmt und vereinzelt Brandstiftung begangen. Dennoch verhielten sich die Protestierenden überwiegend friedlich. An den Demonstration selbst beteiligten sich alle Bevölkerungsschichten, neben werktätigen Männern auch Frauen, Kinder und Alte sowie einige übergelaufene Angehörige der DDR-Sicherheitskräfte.

Ablauf

Gegen Mittag verhängten die Behörden der Sowjetunion den Ausnahmezustand über die DDR und setzten Militäreinheiten gegen die Protestierenden ein, besonders auch gepanzerte Verbände. Berühmt geworden sind die Bilder von Demonstranten, die mit Steinen auf die russischen Kampfpanzer werfen. In Anbetracht dieser massiven Reaktion des sowjetrussischen Militärs dämpfte sich der oppositionelle Elan der Demonstranten aber schnell ab. Zahlreiche Demonstranten wurden von den Sowjettruppen durch Schusswaffeneinsatz getötet, auch wurden einige Personen standrechtlich erschossen. Ihren Einsatz für die Freiheit bezahlten darüber hinaus zigtausende Protestierende mit langen und entbehrungsreichen Haftstrafen. Erwähnenswert ist im übrigen noch, dass trotz der blutigen Niederschlagung des Aufstands die Bundesrepublik und die westlichen Staaten keinen Grund zum Eingreifen sahen.

Ursachen

Die Ursachen des Volksaufstands lagen zum Teil an den zusehends verschärften Bedingungen, unter denen der „Aufbau des Sozialismus“ in der 1949 begründeten DDR stattfinden sollte, wie Wirtschaftskrisen im Bereich der Industrie und Landwirtschaft, bei gleichzeitigem Anstieg der geforderten Arbeitsleistung in der Planwirtschaft. Zum Anderen verleitete die weltpolitische Lage mit dem Tod Stalins und unterstützend wirkenden Signalen aus dem Westen viele Menschen zu falschen Hoffnungen. Zu den Forderungen der Protestierenden gehörte der Rücktritt der Regierung, freie Wahlen und die Freilassung von politischen Gefangenen. Das die Demonstranten durchaus auch patriotische Motive hatten, wird am Absingen des Deutschlandliedes während der Proteste und durch das Abreißen einer Sowjetfahne über dem Brandenburger Tor deutlich, an deren Stelle die schwarz-rot-goldene Fahne gehisst wurde.

Der gescheiterte Volksaufstand wurde nachträglich von den DDR-Behörden als „faschistischer Putschversuch“ bezeichnet, womit das tatsächliche Ereignis in pervertierter Form in die marxistischen Ideologie eingezwängt wurde. Denn die Bevölkerung in der neu geschaffenen DDR stellte eindrücklich unter Beweis, dass sie die Fremd- und Unrechtsherrschaft des Kommunismus zutiefst ablehnte und das sich das SED-Regime nur durch brutalen Einsatz fremder und eigener Gewalt an der Macht halten konnte. Die angebliche „Demokratische Republik“ war während der gesamten Dauer ihrer Existenz nur durch den offenen und verdeckten Einsatz von Gewalt und repressiven Mitteln in der Lage, weiter fortzubestehen, die in der Folge das Aufstandes auch massiv ausgebaut wurden.

Erbe und Auftrag

Das Erbe und die Zielsetzungen der Aufständischen vom 17. Juni traten erst Jahrzehnte später die Montagsdemonstrationen an und erreichten sie schließlich während der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigen zum Ende der DDR. Der 17. Juni steht damit in einer Reihe mit den großen Freiheitsbewegungen der jüngeren deutschen Geschichte, von der Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts bis zu den Protesten gegen die repressiven Regierungsmaßnahmen unserer Tage.