Vor genau 100 Jahren, am 26. Mai 1923, wurde Albert Leo Schlageter von französischen Besatzungssoldaten auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf erschossen. Von offizieller Seite wurden zu diesem Jahrestag keinerlei Feierlichkeiten abgehalten, deshalb obliegt es er patriotischen Opposition, an diesen deutschen Kämpfer zu erinnern.

Leben

Albert Leo Schlageter wurde am 12. August 1894 in Schönau im Schwarzwald in eine katholische Bauernfamilie geboren. Zu Beginn des ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig und diente als Offizier in einem Artillerie-Regiment. Im Kampfeinsatz wurde er mehrfach verwundet und erhielt mehrere Auszeichnungen. Nach dem Ende des Krieges trat einem Freikorps bei und war an den Abwehrkämpfen im Baltikum gegen die rote Armee beteiligt. Aufgrund der polnischen Annexionsversuche mussten die Freikorpsmänner auch in Oberschlesien kämpfen, dort nahm Schlageter im März 1921 am Sturm auf den Annaberg teil.

Kampf für Deutschland

Eine neue Eskalationsstufe erreichte die ohnehin angespannte Nachkriegszeit als im Frühjar 1923 die Franzosen das Ruhrgebiet besetzten, um ihre ausgebliebenen Reparationsforderungen an Deutschland gewaltsam einzutreiben. Dabei nahmen sie das Elend der Zivilbevölkerung bewusst in Kauf, auch kam es zu Übergriffen durch Besatzungssoldaten und Kolonialtruppen. Die Reaktion waren ziviler Ungehorsam einfacher Menschen genauso wie vonseiten der Behörden. Zum Widerstand der Bevölkerung und Behörden kam der verdeckte Einsatz durch eben jene Freikorpsmänner, die sich in der Nachkriegszeit auch nach der Auflösung des deutschen Heeres nicht ins Zivilleben zurückgezogen hatten. Sie führten Bombenanschläge auf Verkehrsinfrastruktur wie Gleise und Brücken durch, um den Abtransport rheinischer Kohle zu verhindern, die anderorts in Deutschland dringend benötigt wurde.

Durch Verrat aus den eigenen Reihen wurden Schlageter und seine engen Vertrauen schließlich an die Franzosen verraten. Ihre Anklage war in Anbetracht der reinen Sachschäden, den die Freikorpsleute verursacht hatten, völlig unangemessen und sollte bewusst abschreckend wirken. Schlageter selbst wurde zum Tode verurteilt, seine Kameraden zu langjährigen Haftstrafen. Das Urteil war ein Skandal und löste weltweite Empörung aus, jedoch weigerte sich Schlageter, ein Gnadengesuch an die Franzosen einzureichen. Von der Gefasstheit, mit der er sein Schicksal ertrug, zeugt der handschriftliche Abschiedsbrief an seine Eltern. Die Hinrichtung wurde von einem französischen Erschießungskommando durchgeführt.

Opfer der Besatzungsjustiz

Schlageters Leben war geprägt von seinem dauerhaften Einsatz für Deutschland, zuerst an der Front während des Krieges und danach als Freikorpsführer an den bedrohten deutschen Außengrenzen. Der Kampf im Ruhrgebiet war zwar nicht gewaltlos, aber die Freikorpsleute zerstörten nur Gebäude und Verkehrsinfrastruktur und schonten so bewusst Menschenleben. Für diesen Einsatz bezahlte Schlageter letztlich mit seinem Leben.